Beschreibung des Pfades
START: Iglesias 188 m (ü.d.M.)
ZIEL: Fluminimaggiore 61 m (ü.d.M.)
TECHNISCHE DATEN:
Länge: 34,3 km
Höhenunterschied: +1078 m und -1207 m
Maximale Steigung: +13,8 %
Minimale Steigung: -16,2 %
Höchster Punkt: Passo Genna Bogai (Iglesias) 554 m ü.d.M.
Mögliche Abzweigungen zu sehenswerten Punkten:
1* VARIANTE: SAN BENEDETTO – BAUEDDU – (ARENAS) – ANTAS
Etappenlänge mit Variante: 47,5 km
Höhengewinn/-verlust: +1405 m / -1533 m
Maximale Steigung: 15,1 % / -15,5 %
Durchschnittssteigung: +4,6 % -3,9 %
Einstieg Variante (Abzweigung San Benedetto an der SS 126) bei km 4,58 der Etappe
Ausstieg Variante (Abzweigung Tempio di Antas an der SS 126) bei km 14,8 der Etappe
Höchster Punkt (auf der Schotterstraße San Benedetto – Malacalzetta): h: 625 m (ü.d.M.)
HIN- UND RÜCKWEG AUF DER VARIANTE BAUEDDU – ARENAS – BAUEDDU
Länge Hin- und Rückweg: 7,9 km
Start-/Endpunkt (Baueddu): h: 512 m (ü.d.M.)
Höchster Punkt (Arenas, Kirche Santa Barbara): h: 578 m (ü.d.M.)
ETAPPENBESCHREIBUNG:
Man startet in Iglesias, auf der Piazza Quintino Sella in der Nähe des Denkmals des berühmten Staatsmannes, und biegt links in die Via Eleonora (SS 126) ein, wo man Teile der pisanischen Stadtmauer und eine der alten Wacht- und Wehrtürme entdecken kann. Weiter geht es aus der Stadt hinaus.
Es folgt ein leichter Anstieg bis zum Ortsende. Danach fährt man einige Serpentinen, die zum ehemaligen Crobu-Krankenhaus (287 m ü.d.M.) führen, einer Einrichtung, in der früher hauptsächlich Kinder mit Mikrozythämie behandelt wurden und die auf nationaler Ebene als vorbildlich galt.
Hinter dem ehemaligen Krankenhaus beginnt die Abfahrt über Serpentinen durch die Wälder dieser Gegend, entlang des Stausees, den man über die Brücke der SS 126 über den Lago Corsi quert, um dann Richtung Norden wieder anzusteigen.
Nach etwa 4,5 km ab Start zeigt sich auf der rechten Seite der SS 126 die Abzweigung (267 m ü.d.M.) nach 1* San Benedetto (Iglesias), wo die Variante in Richtung Baueddu beginnt und danach zum ehemaligen Bergbaudorf Arenas führt.
Wer die Variante nicht wählt, kann auf der SS 126 bleiben. Ab der San Benedetto-Abzweigung steigt die Straße kontinuierlich mit durchschnittlich +4,8 % auf etwa 6,10 km zum Passo Genna Bogai (557 m ü.d.M.) an.
Die kurvenreiche Strecke windet sich durch die bewaldeten, mit üppiger Vegetation bedeckten Berge und durchquert wertvolle Steineichen- und Korkeichenwälder.
Hinter dem Pass geht es abwärts, nach weiteren Serpentinen durch die reiche Vegetation erreicht man das kleine Bergdorf Sant’Angelo (Ortsteil von Fluminimaggiore) und danach die Abzweigung nach Antas, dem Endpunkt der Variante. Nach dieser Kreuzung folgt man der Straße bis zur nächsten Abbiegung, wo man nach links durch die Unterführung der SS 126 gelangt und nach kurzer Zeit den Eingang zu den Grotten von Su Mannau erreicht.
Bei der ausgestatteten Stätte von Su Mannau kann die Grotte (je nach Öffnungszeiten und Schließzeiten) besichtigt werden: Neben eindrucksvollen Tropfsteinformationen (insbesondere die „Höhlenblumen“) gibt es hier auch einen wichtigen archäologischen Teil.
Die Grotten von Su Mannau sind ein etwa 8 km langes Karstsystem, das aus zwei Hauptarmen besteht, die von den Wasserläufen Rio Placido und Rio Rapido gebildet werden.
Ein Teil der Höhle ist zugänglich. In den freigegebenen Räumen kann man Tropfsteine, Stalaktiten und Stalagmiten (der höchste misst 11 m), bis zu 15 m hohe Säulen, Aragonitkristalle und unterirdische Seen bewundern.
Dieser außergewöhnliche Ort ist auch archäologisch bedeutsam. Im Inneren wurden Reste von Öllampen mit votivem Charakter, aus der Nuraghenzeit, sowie phönizische und römische Artefakte gefunden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Ort vor etwa 3000 Jahren ein unterirdischer Tempel war, in dem nuraghische Priester uralte Rituale zum heiligen Wasser ausführten.
Die Tour führt auf der Schotterstraße weiter zur Mine von Su Zurfuru – ein ausgezeichnetes Beispiel für die museale Aufbereitung eines Montansystems, das nach Voranmeldung besichtigt werden kann.
Danach folgt ein leichter Anstieg auf der landschaftlich reizvollen Schotterstraße, die von zahlreichen Relikten des Bergbaus gesäumt ist, vorbei an der Quelle von Pubusinu (nach Wassermenge die zweitgrößte Quelle Sardiniens) und dem Haus von Ing. Carlo Marx (seit 1875 in Sardinien, gestorben 1900; der Wissenschaftler erkannte als Erster den Zusammenhang zwischen den metallhaltigen Formationen von Iglesias und deren reichen Silberbleierz-Vorkommen und führte mechanische Verfahren in den Waschanlagen Sardiniens ein), heute ein bekanntes Agriturismo.
Nach einer Pause an der Quelle oder im Agriturismo geht es bergab auf der Schotterstraße auf der gegenüberliegenden Seite hinab nach Fluminimaggiore, wo diese Gebirgsetappe endet.
1* VARIANTE SAN BENEDETTO – MALACALZETTA – BAUEDDU – ARENAS
Folgt man der Straße nach San Benedetto (Iglesias), beginnt der Aufstieg mit einigen Serpentinen bis zum Bergbaudorf San Benedetto, wo sich kurz vor dem Ortseingang eine Wasserquelle befindet.
Am Ortseingang, rechts der Strecke, befindet sich im größten Gebäude mit den Emblemen der einstigen Bergbaugesellschaft Vieille Montagne (belgische Gesellschaft, die 1872 die Konzession übernahm) eine der zwei Posadas der Fondazione CMSB, in der nach Voranmeldung übernachtet werden kann.
Das ehemalige Bergbaudorf San Benedetto, das mit dem Bau der Schule 1907 einen modernen Charakter erhielt, ist heute noch zum Teil bewohnt und zeigt offensichtlich die Spuren seiner Vergangenheit – wie den bemerkenswerten Schacht Zimmermann und die Ruinen mehrerer ehemaliger Industriegebäude, darunter die große Waschanlage. Im Dorfzentrum befindet sich die Kirche Santa Barbara, die zu bestimmten Zeiten im Jahr noch für den Gottesdienst geöffnet wird.
Mit dem Schotterweg am westlichen Ortsrand von San Benedetto, vorbei am Sportplatz, geht es die nördlich gelegenen Höhen hinauf. Nach dem Durchqueren eines Gebiets, in dem sich eine kleine Domus de Janas-Nekropole befindet (Besuch nicht möglich, Privatbesitz), eröffnen sich Ausblicke auf das darunterliegende Tal und die gegenüberliegenden Hänge. Hier erkennt man noch die baulichen Zeugen der Bergbauvergangenheit der Gegend, insbesondere die Hängebahnstation der Decauville, an der heute noch rostige Loren zu sehen sind.
Der Schotterweg steigt etwa 3,7 km von San Benedetto (380 m ü.d.M.) auf etwa 625 m ü.d.M. mit durchschnittlich 6,5 % Steigung.
Vom höchsten Punkt hat man einen weiten Blick über das Tal. Nach einem Durchgang nach Norden führt der Weg bergab zur verlassenen Bergbauanlage von Malacalzetta, vorbei an den Ruinen industrieller Gebäude und der kleinen Waschanlage mit ihren Steinbögen. Nach Querung des Tälchens erkennt man die Ruinen weiterer, auch als Wohnhäuser dienender Gebäude des alten Bergbausystems.
Weiter geht es auf demselben Schotterweg in Richtung Baueddu, wo eine Abzweigung zwei Wege anbietet: einer führt hinauf zum Bergbaudorf Arenas 2*, der andere bergab zur archäologischen Stätte von Antas mit gleichnamigem Ort. Hier kann die Variante wieder mit der Hauptroute zusammengeführt werden.
In Antas angekommen, empfiehlt es sich dringend, vor der Rückkehr auf die SS 126 die bedeutende archäologische Stätte des Tempels von Antas und das gleichnamige Nuraghen-Dorf zu besichtigen, das über einen großzügig ausgestatteten Bereich verfügt.
Der Tempel von Antas ist ein punisch-römischer Tempel, der dem gleichnamigen Gott der Sarden, Sardus Pater Babai (Sid Addir für die Karthager), geweiht ist. Die archäologische Stätte umfasst ein Nuraghendorf und eine Nekropole, einen punischen und einen römischen Tempel sowie römische Steinbrüche.
Nach der Besichtigung folgt man der asphaltierten Straße am Rand eines reizvollen Tals mit einigen uralten Ulmen bis zur Abzweigung, die zurück auf die SS 126 bringt. Hier nimmt man wieder die Hauptroute in Richtung Fluminimaggiore auf.
2* HIN- UND RÜCKWEG BAUEDDU – ARENAS – BAUEDDU
Wer von Baueddu weiter zum ehemaligen Bergbaudorf Arenas möchte, folgt der unbefestigten Straße, die durch Steineichen- und Eichenwälder abwärts und wieder aufwärts führt, bis nach Arenas, wo man kurz vor dem kleinen Ort noch das Kastell des Pozzo Lheraud bewundern kann.
Im kleinen, heute komplett verlassenen, aber restaurierten Bergbaudorf, neben der kleinen, alpin anmutenden Kirche Santa Barbara, trifft man auf das von der Fondazione CMSB eingerichtete Posada-Gebäude, in dem nach Voranmeldung übernachtet werden kann.
Nach dem Besuch des Dorfs und der umliegenden Bergbauanlagen fährt man zurück auf demselben Weg zum Abzweig Baueddu und folgt dann bergab der Schotterstraße zur archäologischen Stätte von Antas, um schließlich wieder auf die Hauptroute zu treffen.