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Die Geschichte

Die Geschichte des Projekts

Die Idee, eine große Route im weitläufigsten und repräsentativsten Gebiet des historischen und umweltbezogenen Geomineralparks Sardiniens – des Sulcis Iglesiente Guspinese – anzulegen und dabei die heute größtenteils verlassenen alten Bergbauwege wiederzuentdecken, entstand aus dem Engagement der Freiwilligen des gemeinnützigen Vereins "Pozzo Sella Per il Parco Geominerario". Sie entstand nach dem großen Zuspruch der Bevölkerung zu den durch den Verein organisierten Wanderungen, die möglich wurden, nachdem zahlreiche Bergbauwege instand gesetzt worden waren.

Der Verein Pozzo Sella wurde am 5. November 2001 in den Stollen des Pozzo Sella der Mine von Monteponi gegründet, am Ende des Kampfes, der zur Einrichtung des Historisch-Umweltbezogenen Geomineralparks von Sardinien führte.

Ziel des Vereins ist es, zur Entwicklung des Geomineralparks beizutragen, die stillgelegten Bergbaugebiete Sardiniens aufzuwerten, junge Menschen einzubinden und Beschäftigungsmöglichkeiten innerhalb des Parks zu erschließen.

Mit dem Cammino Minerario di Santa Barbara verfolgt man das Ziel, die Erinnerung an die Menschen weiterzugeben, die in vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden die alten Bergbauwege angelegt und genutzt haben – mit der Freude, die Schönheit der Region im langsamen Wandern wiederzuentdecken.

Durch die Unterzeichnung eines Kooperationsprotokolls zwischen den Gemeinden Iglesias, Buggerru, Fluminimaggiore, Arbus, Guspini, Gonnosfanadiga, Villacidro, Domusnovas, Musei, Villamassargia, Narcao, Nuxis, Santadi, Piscinas, Giba, Masainas, San Giovanni Suergiu, Sant’Antioco, Carbonia und Gonnesa, den Diözesen Iglesias und Ales Terralba, den Provinzen Carbonia Iglesias und Medio Campidano, dem Konsortium des Historisch-Umweltbezogenen Geomineralparks von Sardinien, ANCI SARDEGNA und dem Verein Pozzo Sella wurde eine Partnerschaft für die Entwicklung und das Management der historischen, kulturellen, ökologischen und religiösen Route mit dem Namen „Cammino Minerario di Santa Barbara“ gegründet.

Dank der Unterstützung der Protokollunterzeichner sowie durch den Einsatz, die Leidenschaft und das Engagement vieler Freiwilliger konnte eine außergewöhnliche Arbeit der Recherche und Geländeaufnahme beginnen. Dazu gehörten die Ausarbeitung des Streckenverlaufs, notwendige Maßnahmen zur Wiederherstellung (die noch im Gange sind), Leitlinien für die endgültige Beschilderung und die Anbringung einer provisorischen Beschilderung, die Inventarisierung des entlang des Weges vorhandenen Erbes sowie alles, was für die Organisation eines Pilgerwegs erforderlich ist.

Entdeckung der alten Bergbauwege

Von der frühen Jungsteinzeit (ca. 6000 v. Chr.) bis in die Gegenwart war die menschliche Besiedlung des südwestlichen Gebiets von Sardinien von einer engen Beziehung zu den Felsen und dem Untergrund geprägt. Zunächst nutzte man natürliche Karsthöhlen und domus de janas – eigens gegrabene Grabstätten – als Unterschlupf und für Bestattungen. Später, insbesondere seit der Nuraghenzeit (1500–800 v. Chr.), erschloss man die reichen Bodenschätze (Erze und Metalle).

Der Abbau entwickelte sich im Lauf der Jahrhunderte unterschiedlich und hinterließ tiefe Spuren im Gebiet. Zu diesen zählen das Verkehrsnetz, das gebaut wurde, um die Mobilität der Menschen und den Transport der Erze von den Abbaustellen zu den Verarbeitungs- und Bestimmungsorten zu gewährleisten.

Zu diesen alten Verkehrswegen gehören:

  • die Karrenwege und Saumpfade, die bereits seit phönizisch-punischer und römischer Zeit (800 v. Chr.–650 n. Chr.) angelegt und genutzt wurden, um Erze mit Karren und Lasttieren zu transportieren;
  • die gepflasterten Straßen und Steinbrücken, die in der Römerzeit gebaut wurden, um von der Küste zu den Bergwerken und umgekehrt zu gelangen;
  • die Wanderwege, auf denen die Bergleute von ihren Behausungen zu den Minen gelangten;
  • die Gleistrassen, ausgestattet mit Schienen für den Transport der Erze in Wagen, die von Menschen und Tieren gezogen wurden;
  • die Trassen der alten Eisenbahnen, die ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut wurden, um Erze von den Minen zu den Verladehäfen und zu metallurgischen Anlagen zu befördern;
  • die üblichen Verbindungsstraßen, anfangs unbefestigt, später gepflastert und asphaltiert, die geschaffen wurden, um die Bergwerke und Bergbaudörfer mit den umliegenden Ortschaften und Städten durch unterschiedliche Transportmittel zu verbinden.

Es handelt sich um Verkehrsstrukturen, die häufig vergessen und dem Verfall und der Zerstörung überlassen wurden. Sie wurden von den Freiwilligen des Vereins Pozzo Sella mit Hilfe alter Karten und der direkten Berichte ehemaliger Bergleute, die das lebendige Gedächtnis der historischen Bedeutung dieser Wege sind, erfasst und kartiert. Heute können sie dank des Cammino Minerario di Santa Barbara neu entdeckt werden.

Es handelt sich also nicht um eine neue Route, sondern um alte Wege, auf denen schon seit der frühen Jungsteinzeit zahlreiche Völker des Mittelmeerraums und des europäischen Kontinents sich begegnet und gemeinsam gewandert sind.

Bergbaugeschichte

Um das 2. Jahrtausend v. Chr. begann die Nutzung der Blei- und Silbererze, die an den oberflächlichen Erzadern des Iglesiente, Sarrabus und Nurra abgebaut wurden, wo auch die ersten Schmelzwerkstätten gefunden wurden.

In der Nuraghenzeit entwickelte sich der Handel mit metallhaltigen Erzen und deren Produkten mit anderen Mittelmeervölkern. Belegt durch die berühmten bronzezeitlichen Statuetten zeigt sich, dass die lokalen Bevölkerung um 1000 v. Chr. über fundierte Kenntnisse im Bergbau und der Metallurgie verfügte.

Mit der phönizisch-punischen Besetzung Sardiniens wurde der Abbau der metallhaltigen Erze fortgeführt. Spuren des Abbaus aus dieser Zeit waren teilweise bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts sichtbar, bevor sie durch Eingriffe der modernen Bergbauindustrie praktisch ausgelöscht wurden.

138 v. Chr., mit dem Sieg Roms über Karthago, fiel Sardinien unter römische Herrschaft. Die Minen wurden mit fortschrittlicherer Technik, oft durch Sklaven und Strafgefangene (ad metalla – „in den Metallminen“) in große Tiefen aufgeschlossen. Rom gründete Bergbaustädte wie Plumbea und Metalla und baute Schmelzwerkstätten in verschiedenen Teilen der Insel, vor allem in den Erzregionen des Iglesiente. Mit dem Untergang des Römischen Reiches ging die Bergbautätigkeit auf Sardinien stark zurück und verschwand über lange Zeit aus der Geschichte.

Erst im 12. Jahrhundert setzte die erneute Ausbeutung der Minen durch den pisanischen Grafen Ugolino della Gherardesca ein, der aus der Villa di Chiesa, dem heutigen Iglesias, eine blühende Bergbaustadt machte, die auch als „Stadt des Silbers“ bekannt war.

Nach dem Ende der Herrschaft von Ugolino gingen Iglesias und seine Minen 1302 in den Besitz der Stadt Pisa über.

Nur wenige Jahre später, im Jahr 1323, wurde Sardinien von den Aragoniern erobert. Unter dieser Herrschaft wurde die Bergbautätigkeit deutlich verringert, und die Bergleute aus dem Iglesiente wurden eingesetzt, um neue Minen in Katalonien zu eröffnen.

Im Jahr 1720, mit dem Übergang Sardiniens an das Haus Savoyen, übertrug man die Minen an verschiedene Konzessionsnehmer, die sich auf die Abbaustellen mit den reichsten Erzgängen beschränkten, und dennoch keine nennenswerten Ergebnisse erzielten.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte der Aufstieg des Industriezeitalters zu einer wachsenden Nachfrage nach Metallen. Die größten italienischen und europäischen Unternehmen begannen mit dem intensiven Abbau der sardischen Metallminen, zu denen bald auch die Kohleförderung hinzukam, um den steigenden Energiebedarf der Metallhütten zu decken.

Der wachsende Bedarf an silberhaltiger Bleiglanz und – ab 1865 – auch an Zinkerzen (Calaminari) gab den Impuls für die Eröffnung der großen Bergwerke von Iglesiente und Guspinese (Monteponi, San Giovanni, Nebida, Masua, Ingurtosu und Montevecchio), rund um die große Anlagen entstanden: Förderschächte, Stollen, Waschanlagen, Schmelzen und verschiedene Versorgungsstrukturen.

Ende des 19. Jahrhunderts lieferte Sardinien den Löwenanteil des metallischen Bedarfs Italiens: nahezu das gesamte Blei (98,7 %) und Zink (85 %). Das Jahrhundert schloss mit der Beteiligung einiger sardischer Bergbaugesellschaften auf der Weltausstellung in Paris, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts basierte die sardische Bergbauindustrie auf soliden Grundlagen, auch dank umfangreicher Mechanisierungsmaßnahmen in allen Minen.

Die Bergbauindustrie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchlief mehrere schwere Krisen, die jedoch stets überwunden wurden, bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, der zur Schließung der europäischen Märkte und zu einem drastischen Rückgang der Bergbautätigkeit führte.

Trotz der Krise von 1929 konnten die großen Bergwerke weiterbestehen. Die autarke Wirtschaftspolitik Italiens förderte zudem den Kohleabbau, mit der Erschließung der großen Mine von Serbariu und der Gründung der Stadt Carbonia in den 1930er Jahren.

In den 1950er Jahren nahm die Produktion wieder Fahrt auf und erreichte dank modernisierter Fördermethoden und Modernisierung der gesamten Anlagen neue Höchststände.

Doch bereits Mitte der 1950er Jahre machten sich die Verluste an Wettbewerbsfähigkeit der sardischen Bergbauindustrie auf dem europäischen und internationalen Markt, auf denen die Metallpreise basierten, bemerkbar.

In den frühen 1960er Jahren gaben mehrere Gesellschaften ihre Tätigkeit auf. Am Ende dieses Jahrzehnts zog sich das Privatkapital endgültig zurück, sodass Staat und Region zunehmend eingreifen mussten, bis sie die alleinigen Verwalter der Minen wurden.

Trotz großer Investitionen in Forschung und Modernisierung der Bergbaubranche verschlechterte sich die Situation zunehmend, bis es Mitte der 1990er Jahre schließlich zur Schließung der letzten Minen kam.

Ein Park, der aus einem Kampf unter Tage entstand

Das Ende des traditionellen Bergbaus in Sardinien wurde nach einem langen, bereits Anfang der 1960er Jahre begonnenen Niedergang erreicht, der von zähen Arbeitskämpfen geprägt war.

In dieser Zeit wurde das große industrielle Erbe der zunehmend aufgegebenen Minen völlig vernachlässigt; dies führte zum Verlust und zur Zerstörung von Bauwerken, Ausrüstungen und Maschinen.

Mit dem Aufkommen der Idee eines Geomineralparks als Mittel zur Bewahrung und Aufwertung dieses Erbes, die in den 1980er Jahren von einigen Freiwilligenverbänden angestoßen wurde, wurde schließlich die Bedeutung dieses Erbes erkannt. So begannen ab der zweiten Hälfte der 1990er Jahre die ersten Maßnahmen zur Sanierung und zum Schutz einiger unterirdischer und oberirdischer Bauwerke.

Von besonderer Bedeutung für die Förderung der Einrichtung des Geomineralparks war die renommierte internationale UNESCO-Auszeichnung, die auf Vorschlag der Ente Minerario Sardo und durch die Förderung der italienischen Regierung und der Autonomen Region Sardinien erreicht wurde. Sie führte 1998 zur Unterzeichnung der „Charta von Cagliari“ (siehe Anlage), mit der sich die Unterzeichner verpflichteten, alle notwendigen Maßnahmen zur formellen Gründung des Geomineralparks zu ergreifen.

Dennoch war die Gründung des Geomineralparks trotz der hohen Anerkennung der Unesco mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Die Einrichtung erfolgte erst nach einer breiten Volksbewegung, die die einjährige gewaltlose Besetzung der Stollen der Mine von Monteponi in Iglesias unterstützte. Angesichts der Untätigkeit des Parlaments entschloss sich der damalige Regionalrat und heutige Stiftungspräsident Pietro Pinna zu einer radikalen Form des Protestes mit der Besetzung des Pozzo Sella der Mine Monteponi. Bald darauf schlossen sich 500 Zeitarbeiter an, die auf eine Festanstellung mit der Gründung des Geomineralparks warteten.

Die Unterstützung durch eine große und außergewöhnliche Volksbewegung war entscheidend, um uns den einjährigen Widerstand im Schacht zu ermöglichen und für den Erfolg des Protests.

Nach diesem Kampf, der am 5. November 2000 begann und am 6. November 2001 in Anwesenheit des Umweltministers unter Tage endete, wurden folgende Ergebnisse erzielt:

  • das Gesetz zur Einrichtung des Historisch-Umweltbezogenen Geomineralparks Sardiniens,
  • der Gründungsdekret desselben Parks;
  • die Bereitstellung nationaler Mittel für dessen Verwaltung;
  • die ersten bedeutenden staatlichen Finanzmittel für den Beginn der Sanierung der stillgelegten Bergbaugebiete im Sulcis Iglesiente Guspinese;
  • die unbefristete und vollzeitige Einstellung von 500 Arbeitnehmern.

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